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Warschau, Polen

Die Hauptstadt zwischen Kultur und Moderne

Warschau ist als Hauptstadt von Polen weltbekannt. Als Reiseziel wird diese Stadt jedoch noch oft unterschätzt – dabei ist sie eine der pulsierenden polnischen Großstädte, die den eindrücklichsten Wandel seit dem 2. Weltkrieg hinter sich hat. Die Zeiten des Kommunismus danach sind lange vorbei und werden zwar nie vergessen sein, aber wer sich in dieser Stadt bewegt und umschaut, sieht und entdeckt: die Moderne hat aufgeholt. Diese Mischung aus historischem Flair aus alten Zeiten und der kraftvollen Energie der Neuzeit verleiht Warschau einen einzigartigen Charme.

Wochenende Warschau

10 Tipps für ein königliches Wochenende in der grünen MetroPOLE(N) :

1. Verbindung Flughafen – Innenstadt

Erst mal ist es wichtig zu wissen, wo ihr landet, denn Warschau hat zwei Flughäfen: Chopin und Modlin. Der Chopin-Flughafen ist der größte Flughafen Polens und mit den S-Bahn- Linien S2 oder S3 erreicht man ihn in ca. 25 min. Außerdem fahren auch diverse Stadtbus-Linien zum Flughafen. Der Modlin-Flughafen liegt ca. 40 km nordwestlich vom Stadtzentrum entfernt. Sehr empfehlenswert ist hier die Buslinie „ModlinBus“. Für ungefähr 7 € kommt ihr innerhalb von 45 min ganz bequem vom Warschauer Zentrum zum Flughafen. Das Ticket solltet ihr auf jeden Fall vorher online kaufen.

 

2. Fortbewegung in der Stadt: Busse, Bahnen, Bikes

Das Preis-Leistungs- Verhältnis für öffentliche Verkehrsmittel in Warschau sucht seinesgleichen. Es gibt Straßenbahnen, Busse, vier S- und zwei U-Bahn- Linien, die euch überall hinbringen. Für ein Wochenende kauft ihr einfach das Weekend-Ticket, mit dem ihr für läppische 6 € von Freitagabend bis Montagmorgen quer durch die Stadt gondeln könnt. Tickets bekommt ihr problemlos an jedem Bahnsteig am Automaten. Bei schönem Wetter und besonders im Sommer sind auch die Stadt-Fahrräder von Veturilo sehr beliebt, die man einfach per App mieten kann.

3. Tipps fürs Wochenende: wohin mit dem Geld?

Egal in welcher Sprache – einkaufen lässt es sich in Warschau sehr gut. In den letzten Jahren sind Shopping-Malls wie Pilze aus dem Boden geschossen. Direkt am Hauptbahnhof liegen die Złote Tarasy mit über 200 Geschäften. Dort gibt es sogar einen kleinen, aber feinen Victoria’s Secret Laden, und einen Stradivarius, den wir in Deutschland noch schmerzlich vermissen. Wer es lieber etwas überschaubarer mag, schlendert durch die Altstadt oder besucht lokale Supermärkte. Bei Alma oder Piotr i Paweł findet ihr alles, was das Herz begehrt, darunter auch viele leckere polnische Süßigkeiten, die ihr euch in Tüten abfüllen könnt. Probiert unbedingt mal Ptasie Mleczko, Michałki, Chałwa, Kukułki und galaretka wczekoladzie. Tipp: Man bezahlt in Polen mit Polnische Złoty (PLN/zł). Der Wechselkurs ist immer ungefähr PLN 4:1 €, was für deutsche Verhältnisse meistens sehr günstig ist. Wechselt aber auf jeden Fall trotzdem ein bisschen Bargeld. Gerade in Restaurants und auf Märkten ist das von Vorteil.

 

4. Erschließen der Stadt: Stalin, Skyline, Seejungfern

Am Hauptbahnhof sollte euer Warschau-Wochenende losgehen. Schon wenn man in der Warschauer Innenstadt aussteigt, hat man das Gefühl, Geschichte zu atmen. Mitten im Zentrum ragt das höchste Gebäude in ganz Polen empor – der Kulturpalast. Er war ein Geschenk von Stalin und ist das umstrittenste Wahrzeichen von Warschau. Heute steht der Kulturpalast umzingelt von verglasten Wolkenkratzern und Bankgebäuden. Die Skyline ist wirklich toll. Von hier könnt ihr gemütlich in Richtung Altstadt (rynek) spazieren. Dabei werden euch viele eindrucksvolle Gebäude begegnen, u.a. der Präsidentenpalast und das Große Theater, bevor ihr danach in der romantischen Altstadt ankommt und das Königsschloss und die Warschauer Kathedrale euch erwarten. Kurz dahinter trefft ihr dann auf das Denkmal einer bewaffneten Seejungfer – die Gestalt des Warschauer Stadtwappens, die der Legende nach die Stadt beschützt und als zweites Wahrzeichen der Stadt gilt.

 

5. Ausgehen: Feiern mit guten Aussichten

Warschau hat sich zu einer jungen, schnellen und bunten Stadt entwickelt. Der coolste Club der Stadt ist nächste Woche vielleicht schon wieder out. Es lohnt sich daher, vor dem Trip einen Warschau-Insider zu kontaktieren und ein bisschen zu recherchieren, was gerade passiert. Festivals, Ausstellungen, Konzerte – Warschau bietet wirklich alles, man muss es nur wissen. Für Partylustige steigen im Rooftop-Club The View jedes Wochenende tolle Partys mit angesagten DJs. Etwas chilliger geht es in der Panorama Sky Bar zu, aber die Aussicht aufs nächtliche Warschau ist genauso großartig.

 

6. Kulinarische Besonderheiten: Mahlzeiten mit Tradition

Polen ist ein Land mit Tradition – das gilt ganz besonders für Speisen. Vergesst Fast Food und vertraut stattdessen auf die lokale Küche. Kleine Restaurants gibt es z.B. in der Warschauer Altstadt ganz viele. Ein absolutes Muss sind die berühmten Teigtaschen namens „Pierogi“, die mit den unterschiedlichsten Füllungen daherkommen. Mit die beste Adresse hierfür ist der „Gościniec Polskie Pierogi”. Auch wenn ihr auf der Speisekarte „Bigos“, „Rosół“ oder „Barszcz“ entdeckt, seid ihr traditionell gut dabei. Als Dessert sollte man in Warschau auf jeden Fall „Wuzetka“ probieren; eine Torte mit Schokolade, Sahne und Marmelade, die ursprünglich aus der Hauptstadt stammt.

 

7. Sehenswürdigkeiten: glücklich wie ein König

Die Sehenswürdigkeiten in Warschau sind wirklich königlich: Zum einen wäre da das prächtige Warschauer Königsschloss. Die bewegte Geschichte des Schlosses geht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Der Eintritt kostet umgerechnet ca. 8 €. Tipp: Reserviert eure Tickets vorher per E-Mail. Danach solltet ihr durch den königlichen Łazienki-Park spazieren und z.B. picknicken. Er wird als „glücklichster Ort in Warschau” bezeichnet, und das nicht umsonst: Von Mai bis September finden dort jeden Sonntag kostenlose Klavierkonzerte statt. Und im Frühling blühen 100.000 Blumen – der Duft ist zu der Zeit so wunderbar, dass ihr komplett vergessen werdet, dass ihr eigentlich in einer Großstadt seid. Und wenn ihr Glück habt, trefft ihr auch noch einen der wilden Pfaus, die im Park herumstolzieren.

 

8. Ausblick: auf und über den Dächern

Der Geheimtipp für den besten Ausblick auf Warschau ist tatsächlich die Universitätsbibliothek. Auf deren Dach befindet sich nämlich einer der größten und schönsten Dachgärten in ganz Europa! Der Garten ist von April bis Oktober öffentlich zugänglich. Es ist dort wunderbar ruhig und so schön, dass ihr euch gar nicht werdet entscheiden können, ob ihr nun lieber den Garten oder die Aussicht bewundern wollt. Es ist auch ein idealer Ort für Liebhaber der Fotografie und Pflanzenfreunde – oder einfach nur zur Entspannung.

 

9. Rätselhaft: ein echter „Warszawiak“ (Warschauer)...

... ist auf jeden Fall in den beiden Szenevierteln in Warschau anzutreffen: Praga und Powiśle. Dort treffen sich die modernen Warschauer am Wochenende am liebsten. Kleine Cafés, schicke Restaurants und hippe Bars gibt es dort immer mehr. Lasst euch einfach durch die Straßen treiben – die Polen sind ein offenes und hilfsbereites Volk, da kann es schon mal passieren, dass ihr angesprochen werdet, auf einmal ein Bier in der Hand haltet und neue Freunde für einen Abend gefunden habt. An lauen Sommerabenden pilgern auch viele zum Poniatówka-Strand am östlichen Ufer der Weichsel. Das ist Warschaus Stadtstrand, der laut „National Geographic“ einer der zehn schönsten Stadtstrände der Welt ist. Dort könnt ihr auch tagsüber Sonne tanken oder nach einer langen Nacht den Sonnenaufgang anhimmeln.

 

10. Dos & Don’ts: Kein Alkohol ist doch auch keine Lösung…

Dass Polen gerne mal ein, zwei Gläschen Alkohol trinken, ist kein Klischee, sondern es stimmt. Das gehört einfach zur Kultur und zum Genießen des Lebens dazu. Aber Achtung: Man würde es nicht vermuten, doch Alkoholkonsum an öffentlichen Plätzen ist verboten! Mal eben mit einem Supermarkt-Bier in den Park zu gehen ist also keine gute Idee. Das Bußgeld beträgt rund 100 zł. Auch wichtig: Die polnische Sprache bietet besonders viele schöne Schimpfwörter, und ironischerweise sind es meistens diese, die man als Tourist zuerst aufschnappt. Es gibt eine Art ungeschriebene „Schimpfwort-Skala“ und auch sehr viele Tabu-Wörter, die ihr in der Öffentlichkeit vermeiden solltet, ganz egal, wie lustig es sich anhört, in einer Fremdsprache zu fluchen.

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